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Schimmel im Dachraum – Wärmebrücken im Ziegelbau

  • 30. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Im Schlafzimmer eines Wohngebäudes trat Schimmel im oberen Wandbereich auf, genau am Übergang zwischen Außenwand und Dach. Für die Bewohner sah es zunächst nach einem Feuchteproblem durch das Raumklima aus. Doch trotz angepasstem Lüften und Heizen kam der Befall immer wieder zurück.

Ein typischer Hinweis darauf, dass nicht das Nutzerverhalten, sondern die Konstruktion selbst die entscheidende Rolle spielt.



Problemzone Bauteilanschluss


Übergänge zwischen Wand und Dach gehören bauphysikalisch zu den sensibelsten Bereichen eines Gebäudes. Hier treffen unterschiedliche Bauteile, Materialien und Dämmebenen aufeinander. Schon kleine Unterbrechungen können spürbare Auswirkungen haben.

Bei der Untersuchung zeigte sich genau das: Im betroffenen Bereich war ein Betonsturz verbaut, der nicht ausreichend in die Dämmebene eingebunden war. Dadurch entstand eine deutliche Wärmebrücke.


Was passiert an so einer Stelle?


Beton leitet Wärme wesentlich besser als gedämmte Bauteile. Über den Sturz ging daher mehr Wärme nach außen verloren als in den angrenzenden Wandflächen. Die Innenoberfläche kühlte lokal stark ab.

Gerade im Schlafzimmer ist das kritisch: Nachts steigt die Luftfeuchtigkeit durch die Atmung an, während die Temperaturen oft niedriger sind. Trifft feuchte Raumluft auf eine kalte Oberfläche, bildet sich Tauwasser – und damit ideale Bedingungen für Schimmel.


Die Lösung liegt in der Konstruktion


Reinigen oder intensiveres Lüften können das Problem kurzfristig entschärfen, beseitigen aber nicht die Ursache. Entscheidend ist, die Wärmebrücke zu reduzieren und die Dämmebene im Bereich des Betonsturzes zu verbessern – beispielsweise im Zuge einer baulichen oder energetischen Maßnahme.

Erst wenn die Oberflächentemperaturen dauerhaft steigen, verschwindet auch das Schimmelrisiko.


Fazit


Dieser Fall zeigt: Manchmal reicht ein einzelnes, unscheinbares Bauteil, um das Gleichgewicht zwischen Temperatur und Feuchtigkeit zu stören. Eine gezielte bauphysikalische Analyse macht solche Schwachstellen sichtbar – und ermöglicht Lösungen, die wirklich dauerhaft wirken.

 
 
 

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