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Verborgene Mängel in der Dämmung – wenn Dämmlücken zum Risiko werden

  • 27. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Holzrahmen- und Holzständerbauten gelten als energieeffizient, nachhaltig und bauphysikalisch leistungsfähig. Voraussetzung dafür ist jedoch eine fachgerecht und lückenlos ausgeführte Dämmung. Bereits kleine Fehlstellen können die Funktion der Gebäudehülle deutlich beeinträchtigen – mit Folgen für Wärmeverlust, Oberflächentemperaturen und im schlimmsten Fall sogar für die Schimmelbildung.

Genau das zeigte sich bei der Untersuchung eines Wohngebäudes in Holzbauweise, das wir bauphysikalisch analysiert haben.


Aufbau der Konstruktion – eigentlich ein hochwertiges System


Bei dem untersuchten Objekt handelt es sich um ein Wohngebäude in Holzständerbauweise. Die Außenwände wurden als Holzständerkonstruktion mit dazwischenliegender Cellulose-Einblasdämmung ausgeführt – ein grundsätzlich sehr leistungsfähiger und ökologisch sinnvoller Wandaufbau mit guten Wärmeschutzeigenschaften.

Solche Konstruktionen sind darauf angewiesen, dass die Gefache vollständig und gleichmäßig mit Dämmstoff gefüllt sind. Nur so kann die geplante Dämmwirkung tatsächlich erreicht werden.


Vor-Ort-Untersuchung: Dämmung nicht überall vorhanden


Im Rahmen unserer Untersuchung vor Ort zeigte sich jedoch ein entscheidender Mangel: In mehreren Wandgefächen war keine Einblasdämmung vorhanden. Diese Hohlräume in der Konstruktion stellen eine deutliche Schwachstelle dar.

Fehlt die Dämmung, entstehen lokal stark reduzierte Wärmewiderstände. Die Folgen:

  • Die Wärme aus dem Innenraum kann in diesen Bereichen leichter nach außen abfließen

  • Die Innenoberflächentemperaturen sinken dort deutlich ab

  • Das Risiko für Tauwasserbildung steigt

  • Langfristig kann sich Schimmel bilden

Besonders kritisch: Solche Fehlstellen sind von außen und innen optisch nicht erkennbar. Ohne messtechnische Untersuchung bleiben sie oft über Jahre unentdeckt.


Thermografie macht Unsichtbares sichtbar


Mithilfe einer Wärmebildkamera konnten wir die betroffenen Bereiche eindeutig lokalisieren. Die Thermografieaufnahmen zeigten in diesen Wandzonen deutlich niedrigere Oberflächentemperaturen – ein typisches Muster für fehlende oder unzureichende Dämmung.

Für das bloße Auge bleibt dieser Temperaturunterschied unsichtbar. Erst durch die Infrarotthermografie wird sichtbar, wo die Gebäudehülle nicht wie geplant funktioniert. Diese zerstörungsfreie Methode ist besonders geeignet, um Fehlstellen in gedämmten Holzbauteilen aufzuspüren.


Gezielte Nachbesserung statt großflächiger Sanierung


Der große Vorteil der Untersuchung: Die mangelhaften Bereiche konnten exakt eingegrenzt werden. Dadurch ist keine aufwendige, flächige Öffnung der Konstruktion nötig. Stattdessen kann die Dämmung gezielt in den betroffenen Wandbereichen ergänzt werden.

Mit dieser Maßnahme wird:

  • der Wärmeschutz wiederhergestellt

  • das Risiko für Tauwasser und Schimmel deutlich reduziert

  • die bauphysikalische Funktionsfähigkeit der Wand sichergestellt

  • und der insgesamt hochwertige Dämmstandard des Gebäudes vollständig erreicht


Fazit: Qualität im Holzbau braucht Kontrolle


Dieser Fall zeigt, wie entscheidend die Qualitätssicherung bei gedämmten Holzbauteilen ist. Selbst bei modernen, energetisch hochwertigen Gebäuden können Ausführungsfehler auftreten, die ohne messtechnische Unterstützung verborgen bleiben.

Thermografie in Kombination mit bauphysikalischer Bewertung ermöglicht es, solche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben – bevor Feuchteschäden oder Schimmel entstehen.

So bleibt der Holzbau das, was er sein soll: ein langlebiges, gesundes und energieeffizientes Bausystem.

 
 
 

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